Mittwoch, 15. Juli 2009

Old School Blitzlichtgewitter









Fotoautomaten! Spätestens seit „Die fabelhafte Welt der Amelie“ sind sie zum Kultobjekt avanciert.Was lässt diese relativ veralteten Einrichtungen im Zeitalter der Digi-cams überleben?

Man sieht sie überall. Fotoautomaten gibt es fast auf jedem Bahnhof.
Version 1: Die ganz normalen 4-mal-das-gleiche-Bild-Automaten. Meistens in Farbe und mit Neonbeleuchtung die in jedem ein bisschen Hässlichkeit zum Vorschein bringen. Ähnlichkeiten mit den Vorlagen die einen am Eingang links neben dem purpurnen Stoffvorhand einladend anlächeln, sind auch mit viel Fantasie nicht zu ziehen.
Version 2: Ermöglicht dem Besucher sogar vier verschiedene Fotos, Foto mit Rahmen oder anderen Verzierungen. Diese Deluxe Apparate sind allerdings weitaus seltener zu finden.
Version 3: Die Retro Automaten. Diese gut versteckten Maschinen sind hauptsächlich etwas für Kenner und besonders beliebt bei jungen Leuten. Sie drucken ausschließlich in schwarz weiß, sind halb so teuer (max. 2,00€) und das Ergebnis wird entweder in horizontalen oder vertikalen Streifen ausgespuckt. Ein Versuch pro Aufnahme und keine freundliche Stimme, die einen mit endlosen Wiederholungen durch das Programm führt. Alles auf das Minimum reduziert.

Eins haben jedoch alle Automaten gemeinsam. Das Ergebnis reicht in keiner Weise an eine Digitalkamera, die mittlerweile ein Größtteil besitzt, heran. Warum erleben wir dann nicht das gleiche Phänomen wie beim DVD vs. Kino Prinzip? Eine Kamera ist ein Objekt. Mann nimmt es überall mit hin und hat unendlich viele Versuche. Misslingt etwas, wird es gelöscht. Bei Fotoautomaten kommen Elemente wie Situation, Gefühl und Überraschung dazu. Ob für den Pass, als Erinnerung an einen schönen Tag oder nur zum Spaß, das Ergebnis erzählt eine Geschichte. Der Automat ist ein Ort der viel zu erzählen hat, der viele Leute kennen gelernt hat. Hinzu kommt ein Gefühl von Melancholie an die gute alte Zeit. Gerade wegen ihres Erscheinungsbildes welches überhaupt nicht in d die digitalisierte Welt hineinzupassen scheint vermitteln die Automaten Zuflucht und ein Stück Vergangenheit.

Also fotografiert euch fleißig weiter. Ihr habt nicht nur eine schöne Erinnerung und ein Grund zum Lachen über die meist verunglückten Gesichtsposen, sondern konserviert auch ein Stück alte Welt. Eine bezaubernde Abwechselung zur Schnelllebigkeit rund um einen herum.

Die Entwicklung der Menschheit


Die Entwicklung der Menschheit

Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
behaart und mit böser Visage.
Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt
Und die Welt asphaltiert und aufgestockt,
bis zur dreißigsten Etage.

Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
in zentralgeheizten Räumen.
Da sitzen sie nun am Telefon.
Und es herrscht noch genau der selbe Ton
Wie seinerzeit auf den Bäumen.

Sie hören weit. Sie sehen fern.
Sie sind mit dem Weltall in Fühlung.
Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern.
Die erde ist ein gebildete Stern
Mit sehr viel Wasserspülung.

Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr.
Sie jagen und züchten Mikroben.
Sie versehen die Natur mit allem Komfort.
Sie fliegen steil in den Himmel empor
Und bleiben zwei Wochen oben.

Was ihre Verdauung übrig lässt,
das verarbeiten sie zu Watte.
Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest.
Und sie stellen durch Stiluntersuchungen,
dass Cäsar Plattfüsse hatte.

So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
Den fortschritt der Menschheit geschaffen.
Doch davon mal abgesehen und
Bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
Noch immer die alten Affen.

Auf dem Catwalk der Historie


Steinzeit:

Ägyptisches Altertum:

Griechisches/Römisches Altertum:

Mittelalter:

Renaissance:

Barock:

Rokoko:

Empire:

Biedermeier:

Historismus:

Belle Epoque:


Ein kleiner Beweis dafür: ALLES KOMMT WIEDER.

Vintage und Secondhand. Teile die mehr oder weniger modern sind. Hauptsache weg von dem Massenkonsum bei H&M, Zara und Co. Seinen neuen Pulli drei mal in der Stadt rumlaufen zu sehen, von Leuten mit denen man sich nicht unbedingt identifizieren möchte, sind Beweggründe für den neu entdeckten Individualismus. So tragen junge Leute mit Begeisterung die alten Blusen und Schuhe von der Oma und plündern Dachböden und Flohmärkte. Immer auf der Suche nach etwas, was ihre Persönlichkeit am besten zeigt. Das Mott: Unabhängigkeit vom Modezirkus. Sich nicht dem Modediktat der Designer zu unterwerfen. Aber so einfach ist das nicht. Denn wie Karl Lagerfeld schon feststellen musste:
"Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode."
Also Tipp für die Zukunft: Die Sachen immer nur lange genug aufbewahren, irgendwann werden sie begehrte Einzelstücke mit Erinnerung und Charakter inklusive.

Dienstag, 14. Juli 2009

Neue Bekanntschaften

Mein erstes Wochenende in Hamburg. Zeit die Stadt mal sinnvoll mit Shopping zu erkunden. H&M, Goertz und jetzt noch Zara. Innen drin erschlägt einen das Angebot fast, vor allem wenn man ausnahmsweise mal nicht erst vorgestern da war. Inmitten des ganzen Konsumtaumels hätte ich ihn fast verpasst. Läuft mir einfach der Schauspieler Sebastian Ströbel über den Weg. Den kenn ich . Den mag ich. Vor meinem inneren Auge läuft ein automatischer Film, der mit Kaffee trinken anfängt, dann zu Kino schweift und schließlich beim Mondscheinpicknick am Alsterstrand abrupt endet. „Papi, Papi“, ruft eine Stimme, und kurz darauf taucht ein blondes Lockenköpfchen auf, gefolgt von einer Mutter samt Kinderwagen. „Ping“ Seifenblase geplatzt! Als Entschädigung gibt es ein Paar Schuhe.
Am Montag beschließe ich, es ist Zeit für den Wocheneinkauf. Gleich am Kiosk unter unser Haustür kommt mir ein bekanntes Gesicht entgegen. Woher kenne ich das bloß so genau? Na klar der nächste Schauspieler. Kostja Ullmann. Der mir bekannte Film von vor 2 Tagen läuft erneut ab. Damit ich nicht ganz so doof in der Gegend rums stehe gehe ich allerdings lächelnd weiter, nur um mich die nächsten Stunden darüber zu ärgern.
Aber wenn das hier so weiter geht bekomme ich bestimmt bald weitere Schauspieler zu Gesicht. Und irgendwann schaffe ich dann auch mehr, als nur wie ein Auto zu gucken.

lookbook feeling




Eine Filmszene im Süden Italiens. Nein nur eine kleine Italienerin auf lookbok

Kleiderlampenbaum

"bunt bunt bunt sind alle meine Kleider" Der Kleiderlampenbaum (fotografiert von Tim Walker) scheint einem Märchen entsprungen in das man sofort eintauchen möchte. Fotografie und Setup wurden auf zauberhafter Art kombiniert.

click&flash


Schattenspiele
4 Mädels, 4 Stunden Zeit, eine Kamera und unendliche viele Belichtungsmöglichkeiten.
Kann sich das Ergebnis sehen lassen?