
Fotoautomaten! Spätestens seit „Die fabelhafte Welt der Amelie“ sind sie zum Kultobjekt avanciert.Was lässt diese relativ veralteten Einrichtungen im Zeitalter der Digi-cams überleben?
Man sieht sie überall. Fotoautomaten gibt es fast auf jedem Bahnhof.Version 1: Die ganz normalen 4-mal-das-gleiche-Bild-Automaten. Meistens in Farbe und mit Neonbeleuchtung die in jedem ein bisschen Hässlichkeit zum Vorschein bringen. Ähnlichkeiten mit den Vorlagen die einen am Eingang links neben dem purpurnen Stoffvorhand einladend anlächeln, sind auch mit viel Fantasie nicht zu ziehen.
Version 2: Ermöglicht dem Besucher sogar vier verschiedene Fotos, Foto mit Rahmen oder anderen Verzierungen. Diese Deluxe Apparate sind allerdings weitaus seltener zu finden.
Version 3: Die Retro Automaten. Diese gut versteckten Maschinen sind hauptsächlich etwas für Kenner und besonders beliebt bei jungen Leuten. Sie drucken ausschließlich in schwarz weiß, sind halb so teuer (max. 2,00€) und das Ergebnis wird entweder in horizontalen oder vertikalen Streifen ausgespuckt. Ein Versuch pro Aufnahme und keine freundliche Stimme, die einen mit endlosen Wiederholungen durch das Programm führt. Alles auf das Minimum reduziert.

Eins haben jedoch alle Automaten gemeinsam. Das Ergebnis reicht in keiner Weise an eine Digitalkamera, die mittlerweile ein Größtteil besitzt, heran. Warum erleben wir dann nicht das gleiche Phänomen wie beim DVD vs. Kino Prinzip? Eine Kamera ist ein Objekt. Mann nimmt es überall mit hin und hat unendlich viele Versuche. Misslingt etwas, wird es gelöscht. Bei Fotoautomaten kommen Elemente wie Situation, Gefühl und Überraschung dazu. Ob für den Pass, als Erinnerung an einen schönen Tag oder nur zum Spaß, das Ergebnis erzählt eine Geschichte. Der Automat ist ein Ort der viel zu erzählen hat, der viele Leute kennen gelernt hat. Hinzu kommt ein Gefühl von
Melancholie an die gute alte Zeit. Gerade wegen ihres Erscheinungsbildes welches überhaupt nicht in d die digitalisierte Welt hineinzupassen scheint vermitteln die Automaten Zuflucht und ein Stück Vergangenheit.Also fotografiert euch fleißig weiter. Ihr habt nicht nur eine schöne Erinnerung und ein Grund zum Lachen über die meist verunglückten Gesichtsposen, sondern konserviert auch ein Stück alte Welt. Eine bezaubernde Abwechselung zur Schnelllebigkeit rund um einen herum.



















